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Wie pfingstlich sind die Pfingstler?

 

 

Um diese Frage zu klären müssen wir zunächst klären, was eigentlich ein „Pfingstler“ ist! Es gibt genügend Menschen, die damit gar nichts anfangen können. Manche vermuten dahinter irgendein neues alkoholisches Getränk. Genau das geschah vor 2000 Jahren, als eine ganze Stadt in Aufruhr war und einer neugegründeten Kirchengemeinde vorwarfen, betrunken zu sein, und das schon beim Frühstück. Also haben „Pfingstler“ doch etwas mit „Prozenten“ zu tun. Zumindest hat es offenbar so ausgesehen.

 

Heute sind die „Pfingstler“ offenbar schon besser akklimatisiert, zumindest kein Anstoß mehr für die Gesellschaft. Aber Halt, wie ist das zu verstehen? Was war der Anstoß damals, dass Menschen sie so beschrieben? In der Geschichte der Apostel, die in der Bibel wiedergegeben ist, lesen wir, dass diese neuentstandene Gemeinde mit 120 Mitgliedern erfüllt wurden vom Heiligen Geist, sichtbar wurde dies durch „Feuerzungen“, ein Erdbeben und lautes Gebet (Apostelgeschichte Kap. 2). Das Gebet geschah jedoch nicht in ihrer Muttersprache, hebräisch, aramäisch, sondern in vielen unterschiedlichen Sprachen, die diese Gemeindemitglieder gar nicht beherrschten. Ein Wunder! Doch die Menschenmenge, die extra zum Pfingstfest (Wochenfest) nach Jerusalem kamen, verstanden diese Sprachen und sie wunderten sich. Warum sie ihnen Trunkenheit vorwarfen ist insofern unverständlich, dass ein Betrunkener gar nicht fähig wäre plötzlich eine ihm unbekannte Sprache zu sprechen. Also muss da noch was anderes geschehen sein! Darüber schweigt die Bibel.

 

Was auch immer da noch geschah, vermutlich ging es ein wenig heftig her. Vorstellbar ist, dass sie laut und durcheinander gebetet haben, ihre Hände hoben und in die Hände klatschten, sie voll Freude erfüllt lachten und weinten… Leider haben wir hier kein Original-Video. Mehr und mehr fingen sie an zu Prophezeien, Bilder zu sehen und von Träumen zu erzählen. Das ging offenbar sehr bunt zu bei diesen messianischen Juden. Nachdem alle ratlos waren, bemühte sich ihr erster Leiter seine erste Predigt zu halten und damit zu erklären, was hier geschieht:

 

Jetzt trat Petrus zusammen mit den elf anderen Aposteln vor die Menge. Mit lauter Stimme erklärte er: Ihr Leute von Judäa und ihr alle, die ihr zur Zeit hier in Jerusalem seid! Ich habe euch etwas zu sagen, was ihr unbedingt wissen müsst. Hört mir zu!“  Apg 2, 14

 

Die ganze Predigt ist nachzulesen in Apostelgeschichte Kapitel 2. Jedenfalls spricht er darüber, dass:

 

Am Ende der Zeit“…Gott seinen Geist über alle Menschen ausgießen wird…“Dann werden eure Söhne und Töchter prophetisch reden; die Jüngeren unter euch werden Visionen haben und die Älteren prophetische Träume.“  Apg 2, 17

 

Nein, da steht nichts über „Pfingstler“. Dieser Name wurde ihnen viel später erst gegeben, weil sie dieses Erlebnis, das zu Pfingsten erstmalig geschah, an sich selbst erlebten. Genauso, wie die Christen Christen genannt wurden, weil sie Nachfolgert von Christus waren. Also hier liegt offenbar das Original. „Pfingstler“ sind demnach Menschen, die erfüllt sind vom Heiligen Geist, laut Gott loben, die Hände heben oder klatschen, der Freude Raum geben und schließlich übernatürliche Dinge tun. In Sprachen reden, die sie nie gelernt haben, Bilder sehen, obwohl sie nicht malen können, Träume mit einer besonderen Deutung haben. Später lesen wir in der Geschichte der ersten Gemeinden, dass Zeichen und Wunder geschehen sind, Menschen geheilt und sogar Tote auferweckt wurden. Es scheint, dass es damals im ersten Jahrhundert nur solche „Pfingstgemeinden“ gegeben hat. Später schreibt der Cheftheologe des ersten Jahrhunderts, Paulus von Tarsus, an die Kirchengemeinde in Korinth (Europa) von den vielfältigen übernatürlichen Gaben des Heiligen Geistes, die den Gläubigen geschenkt sind.

 

Wie nahe sind wir heute noch an diesem Original?

Auf eine Aussage, die ich vor kurzem in einem Meeting machte, dass wir „Pfingstler“ heute schon sehr angesehen sind, meinte eine Mitarbeiterin, vielleicht sind wir einfach zu angepasst! Haben wir uns wirklich so weit entfernt vom Original? Wie pfingstlich sind wir noch? Und wenn durch dieses erste Pfingsterlebnis eine übernatürliche Kraft freigesetzt wurde, leben wir noch in dieser Kraft des Heiligen Geistes?

 

Das jährliche Pfingstfest soll uns unermüdlich daran erinnern, dass wir es mit einer göttlichen Kraft zu tun haben, die heute noch ebenso stark wirkt wie beim ersten Mal. Die ersten Christen haben sich nicht angepasst, sie haben erklärt was sie erlebten und haben diesem Wirken Gottes Raum gegeben. Wir tun gut daran, uns nach der Erfüllung des Heiligen Geistes, dem Wirken Gottes und den übernatürlichen Gaben auszustrecken. Petrus gab den Christen eine feste Zusage mit, nämlich, dass diese Gabe des Heiligen Geistes allen gilt bis in unsere, heutige Zeit hinein (Apg 2, 28-39).

 

Edwin Jung